
Die AGIV vor Perast
Tag 1:
Wir, das sind Oli und ich, sind erst gegen halb 10 abends am Boot angekommen. Da die anderen noch in Korfu Stadt unterwegs waren, haben wir uns in eine Bar am Hafen gesetzt. Ungeahnt dessen, dass währenddessen das Champions League Finale zwischen Dortmund und Madrid ausgetragen wurde. Wir genossen den Abend und warteten auf ihre Rückkehr. Als sie kamen, ging der Blick der meisten direkt auf den Fernseher in der Ecke, denn im Gegensatz zu uns gab es in der restlichen Crew einige Fußballfans. Der Sieg von Madrid erfreute allerdings nur einen in dieser Bar: unseren lieben Spanier Thomas.
Zurück an Bord war das Boot dann für die Nacht voll belegt.
Tag 2:
Nach einem tränenreichen Abschied von Carlo, Volodymyr und Erik und dem Nachspielen der Szene auf der Suche nach dem Passierschein A38 durch Serjo bei den griechischen Behörden, konnten wir endlich in See stechen. Der ASV hat dann direkt einmal gezeigt, was für ein tolles Motorboot er da hat, denn von Wind konnte erstmal keine Rede sein. Pünktlich um 16 Uhr kam später etwas Wind auf und wir konnten segeln. Es zog uns in die kleine Bucht Ereikoussa im Norden des Ionischen Meers. Sehr idyllisch mit einem alten Windrad und kleinen Häusern. Nach schwimmen war den meisten von uns nicht zu mute, denn die Wolken hatten sich zugezogen und es wurde kühler.
Tag 3 und 4
Der Tag startete mit Regen. Hatten wir diesen etwa aus Luxemburg mit eingeflogen? Ich hoffe nicht!
Das Sonnensegel ist glücklicherweise auch ein super Regensegel und wir konnten trotzdem nochmal die schöne Aussicht bei unserem Frühstück genießen.
Wir brachen auf, der Regen hat aufeghört und wir hatten super Wind. So super, dass die Crew mir all ihre Segel in Action zeigen wollte. Also erstes Segel hoch und wieder runter, das nächste Segel wieder hoch, und auch wieder runter und das vorherige wieder hoch, dann noch ein neueres usw. Nachdem gefühlt jedes Vorsegel mindestens einmal oben war, entschied man sich für den Spi (S2). Dies schien eine sehr gute Entscheidung gewesen zu sein, da wir 6 Stunden so weiter segeln konnten und wir uns erst gegen 22 Uhr entschieden den Spi wieder zu bergen.
Unsere Nacht hatte mit konstantem Wind, einer Schildkröte und einigen Delfinen geglänzt. Als ich um 6 Uhr meine nächste Wache antrat war Montenegro schon in Sicht.
Unser Ziel, Bar (die Stadt), erreichten wir gegen mittag. Während Serjo sich wieder mit Behördengängen vergnügte, haben wir unser nächstes Ziel rausgesucht. Denn so interessant wie der Industriehafen von Bar auch war, hatten wir uns als Crew eine etwas schönere Aussicht gewünscht. Es wurde sich für eine kleine Bucht entschieden, von der es hieß, dass es dort ein Anwesen für reiche Leute geben würde. Wir schlussfolgerten, dass es dort nur schön sein kann und wurden definitiv nicht enttäuscht: rechts ein kleiner Fels im Wasser, links das besagte Anwesen auf einem Felsvorsprung und direkt vor uns eine grüne Berglandschaft mit kleinen Häusern und Hotels.
Tag 5
Heute sollte es weiter in den Fjord/ Golf von Kotor gehen. Dem mäßigen Wind haben wir getrotzt und sind stetig gen Norden in Richtung Fjordeingang gesegelt und konnten währenddessen zu unserer Freude noch ein paar Katamarane überholen.
Der Fjord war umrandet von steilen, grünen Berglandschaften, mit kleinen Dörfern und unzähligen Kirchen.
Nach einer Weile haben uns die Rurseeverhältnisse schnell wieder eingeholt und wir erreichten unser Ziel Kotor nur mit Motorleistung. Wir legten am Hafen zwischen einigen Superyachten an und spazierten durch die verwinkelte Altstadt. Der Abend endete in einer kleinen Bar mit den vermutlich teuersten Getränkepreisen der Stadt, aber „man gönnt sich ja sonst nichts“.
Tag 6
Der nächste Tag startete nach dem Frühstück für die einen mit der Besichtigung der Festung, für die anderen mit der Besichtigung von lokalen Bier- und Weinsorten in diversen Cafés.
Am Nachmittag legten wir ab und machten uns auf den Weg Richting Perast. Wir hatten das kleine UNESCO Weltkulurerbestädtchen schon auf dem Hinweg gesehen und wollten dort einen Halt machen. Da die Touristenboote dort nur bis 17 Uhr anlegen, bekamen wir einen Premium-Platz direkt an der Promenade. Nach kurzen Preisverhandlungen von 2€ pro Meter pro Stunde auf 70€ für die ganze Nacht auf 0€ konnten wir mit ruhigem Gewissen die montenegrinische Küche erkunden.

Unsere Crew beim segeln vor der Altstadt von Dubrovnik
Tag 7
Der Tag begann früh, denn wir hatten viel vor. In Montenegro ausklarieren, bis nach Dubrovnik segeln, in Kroatien einklarieren und uns eine schöne Bucht für die Nacht suchen. Auf dem Weg in die Marina haben wir uns noch die Altstadt Dubrovniks vom Wasser aus angesehen, dies sollte sich kurze Zeit später noch als teure Angelegenheit herausstellen, denn beim einklarieren bei der kroatischen Marina teilte man uns mit, dass wir nicht auf direktem Weg zur Marina gefahren sind und somit eine Strafe zahlen müssen. Gelohnt hat sich dieser Blick auf die Altstadt trotzdem. Nach den harten Verhandlungen mit dem kroatischen Hafenmeister muss unser frustrierter Schiffer dann schnell vom Zollsteg weggefahren werden.
Die letzte Nacht der Reise verbringen wir in einer schönen Bucht bei Lopud, einer der Inseln vor der kroatischen Küste. Hier lassen wir nun die schöne Zeit Revue passieren. Das Highlight ist der Sternenhimmel mit der ein oder anderen Sternschnuppe. Welche Wünsche davon wohl in Erfüllung gehen?